Landesstrategie Zero Waste

Wir brauchen eine klare Zielstellung in der Abfallpolitik: Schluss mit Müll und das zu 100 Prozent. Die Stadt San Francisco in Kalifornien zeigt, wie viel sich in kurzer Zeit erreichen lässt: Dort werden nur noch zehn Prozent des Hausmülls deponiert und nichts mehr verbrannt. Das ist auch gut für die Wirtschaft: Recycling schafft zehnmal mehr Arbeitsplätze als eine Deponie oder eine Müllverbrennungsanlage.

Mit einem Antrag im Sächsischen Landtag zeigen wir den Weg auf, wie die Abfallpolitik in Sachsen in Richtung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft umgesteuert werden kann. Dazu ist eine verbindliche und an der Perspektive „Zero Waste“ langfristig ausgerichtete Landesstrategie notwendig: Diese muss gemeinsam mit den Kommunen, der Industrie, den Verbänden der privaten Entsorgungswirtschaft und den Umweltorganisationen erarbeitet werden. Diese Strategie braucht überprüfbare Zwischenziele, Vermeidungs- und Recyclingquoten und eine daran ausgerichtete landesweite Bedarfs- und Kapazitätsplanung für vorhandene und neue Abfallbehandlungsanlagen.

Diese Strategie muss mehr sein als der sächsische Abfallwirtschaftsplan in der jetzt vorliegenden Form. In Sachsen gibt es viele konstruktive Partner für die Entwicklung einer solchen Strategie. Neben den Universitäten und Forschungseinrichtungen gibt es eine vielfältige Szene im Bereich von Reparaturzentren, Secondhand-Netzwerken oder Cradle-to-Cradle-Gruppen. Viele sächsische KMU beschäftigen sich mit dem Öko-Design von Produkten.

Förderprogramm „Zero Waste“

Wir wollen „Zero Waste“ gezielt fördern: Es gibt jede Menge kreative Ideen und gut ausgebildete Menschen in Sachsen. Mit einem Programm wollen wir neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Mehrwegnutzung, Produkt-Sharing oder Wiederverwendung fördern. Kommunale Modellprojekte zur Abfallvermeidung sollen unterstützt werden können. Auch für neue Technologien und Verfahren zur Abfallvermeidung, für die Entwicklung kreislauffähiger Werkstoffe oder recyclinggerechter Konstruktions- und Bauweisen sind Anschubfinanzierungen notwendig. Das Programm soll zudem auch bei der Patentierung, Zertifizierung und Markteinführung von Recyclingprodukten oder bei der Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen unterstützen.

Regionale Expert*innen-Workshops

Bild mit Mülltonne und der Aufschrift "Workshop. Besser Leben ohne Müll. Sachsen auf dem Weg zu Zero Waste

Wie kann der Rohstoffverbrauch deutlich reduziert und das Rohstoffbewusstseins gesteigert werden? Wie können Wertstoffe konsequent wiederverwendet werden? Welche wirtschaftlichen Chancen bieten Re- und -upcycling? Wie können ganze Bauwerke so konzipiert werden, dass sie zerlegbar und die Bauteile wiederverwendbar werden? Wie schaffen wir es, Produkte länger zu gebrauchen statt immer mehr zu verbrauchen? In regionalen Workshops diskutiere ich diese Ansätze mit Menschen, die den Zero-Waste-Gedanken aktiv umsetzen.

2018 haben wir in Chemnitz im Rahmen eines Worldcafés viele Ideen gesammelt.

Veranstaltungsfoto zum Workshop 2018 in Chemnitz
Veranstaltung am 18. Juni in Chemnitz

2019 haben wir in in Dresden ebenfalls viel über das Thema diskutiert. Gern komme ich auch in Ihre/Eure Region!

Teilnehmer*innen und Expert*innen

Cradle to Cradle e.V. – Regionalgruppe Chemnitz sowie Dresden

„Der Cradle to Cradle e.V. will verändern wie du über Müll nachdenkst. Oder noch besser das Konzept Müll aus allen Nachschlagewerken löschen und nur noch von Ressourcen sprechen. Die Natur kennt keinen Abfall. Jedes Produkt kann wiederverwertbar sein, vorausgesetzt es wurde auch dafür entworfen.“

CoBo Lights & More

Franziska Dörner, Inhaberin von CoBo Lights, geht das Thema zero waste sozusagen praktisch an. Sie recycelt alte Materialien und schafft daraus Neues: Wunderschöne Lampen.

Holzkombinat

Das Team vom Holzkombinat arbeitet mit einem besonders nachhaltigen Werkstoff. Sie machen sich aber zum Beispiel auch Gedanken um die richtige Nachbehandlung, etwa mittels Bienenwachs. Nur so wird Holz nicht zum Sondermüll.

PoPulär – Der Chemnitzer Windelservice

Feri Furtenbacher hat sich ebenfalls eines großen Problems angenommen: Einwegwindeln. Genutzte Windeln werden zu einem Großteil einfach verbrannt. Dabei ist es so einfach:

Jeder seiner Kunden erhält ein Paket umweltfreundlicher Stoffwindeln geliefert, die schmutzigen Windeln kommen in eine geruchsdichte Box und einmal pro Woche abgeholt und anschließend ökologisch gewaschen.

Stadthalten Chemnitz e.V.

Im Projekt Repair Café helfen sich unterschiedliche Menschen gegenseitig dabei, kaputte Dinge wieder flott zu kriegen. Ob nun nähen, löten oder den PC wieder flott kriegen: Für die einen super einfach, für die anderen eine große Hürde, zusammen klappt es!

Konglomerat e.V.

„Im gemeinsamen Selbermachen sieht das Konglomerat großes Potential, um die Geschicke der Welt in die eigenen Hände zu nehmen und wichtige Impulse für zukünftige Entwicklungen zu setzen. Von dieser Intention angetrieben fördert der Konglomerat e.V. auf vielfältige Weise eine ›Kultur der Marke Eigenbau‹.“

Nordwerk Design

„Bilder erklären mehr als das technische Geplapper unserer Ingenieure oder die schöngeistigen Tagträumereien unserer Designer. Werfen sie daher einfach einen Blick auf das, was wir bereits geleistet haben und lassen sie sich inspirieren. Natürlich ist jedes Projekt 100 % recycelbar.“

Binnes Unverpackt

„Im Schnitt verursacht in Deutschland jeder Bürger ca. 200kg Müll pro Jahr. Davon fällt ein großer Teil auf Verpackungen jeglicher Art. Da stand für mich die Frage wie man eben diesen Müll vermeiden kann. Seit 2014 sind deutschlandweit rund 100 Unverpacktläden entstanden. Und nun ist die Zeit reif für einen zweiten Laden in Dresden.“